26.07.2013 von
4.9

Restschuldversicherung sinnvoll?

Was ist eine Restschuldversicherung und ist diese zur Absicherung von Krediten sinnvoll? Auf dem Blog von Finanzdienstleistung Kerstin Poller erfahren Sie mehr!

In unserem heutigen Blogbeitrag widmen wir uns dem Thema der Restschuldversicherung bzw. der Restkreditversicherung. Viele Kunden die einen Kredit für das eigene Auto oder eine Baufinanzierung für das Eigenheim abschließen, werden oft mit der Frage konfrontiert, ob es sinnvoll ist für diesen Kredit eine solche Restschuldversicherung abzuschließen.

* Repräsentatives Beispiel
Nettodarlehensbetrag 10.000€Auszahlung 100%Laufzeit 84 MonateSollzins (gebunden) 4,95% und effektiven Jahreszins 4,99%anfängliche monatliche Rate 141€0% BearbeitungsgebührGesamtkreditbetrag 11.844€Die genannten Angaben stellen das 2/3 –Beispiel gemäß § 6a Abs. 3 PAngV dar.(Stand: 11/2017)

Was ist eine Restschuldversicherung bzw. eine Restkreditversicherung?

(Definition und Begriffserklärung: Restschuldversicherung bzw. Restkreditversicherung)

Bei einer Restschuldversicherung oder einer Restkreditversicherung geht es um die Absicherung des Kreditnehmers und seiner Hinterbliebenen bzw. Angehörigen im Fall der unverschuldeten Zahlungsunfähigkeit. Diese Zahlungsunfähigkeit kann aus Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit, Scheidung oder auch dem Tod resultieren. Tritt dies ein, so übernimmt die Restschuldversicherung die fälligen Kreditraten in Höhe der abgeschlossenen Sicherungssumme. Diese kommen vorwiegend beim Abschluss von Ratenkrediten, Autokrediten sowie bei Baufinanzierungen sowie Darlehn zum Einsatz und werden von verschiedenen Kreditinstituten angeboten.  

Sinnvoll für die Bank und nicht für den Kunden

Wer jedoch glaubt, dass diese Restschuldversicherung oder Restkreditversicherung nur die Schuldner schützen sollen, der irrt gewaltig. Dieses Finanzprodukt schützt in erster Linie Banken sowie die Kreditgeber, die bei Zahlungsausfällen der Kreditnehmer nicht auf die Rückzahlungen der Kreditraten verzichten müssen und dadurch das eigene Finanzausfallrisiko extrem minimieren. Hinzu kommt, dass diese Restschuldversicherungen als zusätzliche Kreditsicherheit dienen und im Kreditvertrag an die Bank abgetreten wird. Das führt dazu, dass auch Privatpersonen, welche keine gute Bonität aufweisen, durch diese Restschuldversicherungen an Kredite kommen. Dass hat allerdings seinen Preis, was in zwei Beispielen nachfolgend aufgezeigt werden soll.

Restschuldversicherung Kosten und Abrechnung

Seit dem 11.06.2010 existiert ein Gesetz, welches die Banken verpflichtet alle mit dem Darlehnsvertrag entstehende Kosten klar auszuweisen und dadurch mehr Transparenz zu schaffen sowie unnötige Kosten zu vermeiden. Dies ist jedoch nicht zwingend notwendig, wenn vom Kunden freiwillig unterschiedliche Leistungen angefordert und unterschrieben werden.

In unserem Unternehmen der Finanzdienstleistung Kerstin Poller ist jedoch ein solcher Fall nicht bekannt, bei dem ein Kunde selbst nach einer Restschuldversicherung direkt nachgefragt hat. Warum auch? Es ist vielmehr so, dass dem Kunden der reguläre Darlehnsvertrag vom Vermittler vorgelegt wird und er diesen, soweit die Rate und Zinsen passen,   unterschreibt. Der Aufbau solcher Verträge ist meistens wie folgt gestaltet:

  1. Nettodarlehnsbetrag
  2. Einmalbetrag (Restschuldversicherung)
  3. Bearbeitungsgebühr
  4. Soll-Zins
  5. Effektiver Zins

Hier wird der Kunde oft bewusst hinters Licht geführt. Denn die Restschuldversicherung ist nicht mit berechnet. Ganz im Gegenteil, die Bearbeitungsgebühr der Bank wird nochmals auf den Einmalbetrag aufgeschlagen und entsprechend verzinst. Zwei nachfolgende Beispiele sollen zeigen, was dies für Auswirkungen auf die damit verbundenen Kreditkosten hat. Wichtig ist, dass man diese Restschuldversicherung pro Antragsteller bezahlen muss. Denn diese Restkreditversicherungen sind Personengebunden.

Beispiel 1: Ratenkreditvergleich - 1 Antragssteller

 

Repräsentatives Beispiel

Nettodarlehensbetrag 10.000€ - Auszahlung 100% - Laufzeit 84 Monate - Sollzins (gebunden) 4,39% und effektiven Jahreszins 4,89% - anfängliche monatliche Rate 145€ - 0% Bearbeitungsgebühr - Gesamtkreditbetrag 11.787,30€ - Die genannten Angaben stellen das 2/3 –Beispiel gemäß § 6a Abs. 3 PAngV dar.

 

Das hat zur Folge, dass diese Restschuldversicherung den effektiven Zinssatz auf fast das Doppelte hoch treibt. Hintergrund sind die entstehenden Kosten dieser Absicherung in Höhe von 2.500 EUR. Daher prüfen Sie bitte umgehende Ihre eigenen Verträge auf diesen Umstand.

Die meisten Darlehnsnehmer stellen in der Regel Kreditanträge als Ehepaar gemeinsam. Diese sind meist im Glauben, dass bei einem solchen Abschluss einer Restschuldversicherung auch beide Antragsteller abgesichert sind. Dem ist jedoch meist nicht so! Betrachtet man nun das Beispiel zwei, indem beide Antragsteller abgesichert sind, so ergeben sich auch hier unerwartete effektive Zinssteigerungen.

Beispiel 2: Ratenkreditvergleich – 2 Antragsteller

 

Repräsentatives Beispiel

Nettodarlehensbetrag 10.000€ - Auszahlung 100% - Laufzeit 84 Monate - Sollzins (gebunden) 4,39% und effektiven Jahreszins 4,89% - anfängliche monatliche Rate 145€ - 0% Bearbeitungsgebühr - Gesamtkreditbetrag 11.787,30€ - Die genannten Angaben stellen das 2/3 –Beispiel gemäß § 6a Abs. 3 PAngV dar.

 

So schnell kommt man von einem effektiven Zinssatz von 10,84 % auf unglaubliche 28,82 %. Uns erschließt sich in keiner Weise, welcher Kunde freiwillig einen solchen Kreditvertrag unterschreibt.

Leistungen von Restschuldversicherungen

Das Leistungsspektrum von Restschuldversicherungen ist groß. Je nach Anbieter und Makler variieren Kosten sowie die damit verbundenen garantierten Leistungen. Prinzipiell unterscheidet man zwischen folgenden Absicherungsarten:

 

  1. Bei Todesfall des Schuldners greift die Restschuldversicherung
  2. Bei Todesfall und bei Arbeitsunfähigkeit des Schuldners greift die Restschuldversicherung
  3. Bei Todesfall, bei Arbeitslosigkeit, bei Arbeitsunfähigkeit und sogar bei Scheidung greift die Restschuldversicherung

Darüber hinaus gilt es, weitere Besonderheiten zu beachten. Dabei handelt es sich um den Leistungsumfang, die Wartezeit sowie die Karenzzeit und zu guter Letzt die verschiedenen Ausschlüsse.

Beim Leistungsumfang gibt es die verschiedensten Konstellationen bezüglich der Auszahlungen. Je nachdem, wird die Versicherungssumme einmalig ausgezahlt oder die Raten werden bis zur maximalen Höhe der Versicherungssumme übernommen. Zusätzlich zur Auszahlungshöhe und Auszahlungsart, spielen Wartezeiten und Karenzzeiten eine mitunter erhebliche Rolle. Bei der Wartezeit spricht man von der Zeit, welche vom Vertragsbeginn und bis zum Beginn des Versicherungsschutzes andauert. So greift beispielsweise der Schutz der Restschuldversicherung bei Arbeitslosigkeit erst nach 1 bis 6 Monaten nach Vertragsabschluss. Ebenfalls ist eine Wartezeit bei Scheidung von drei Monaten üblich. Diese Wartezeiten sind jedoch meistens noch relativ harmlos. Blickt man jedoch auf die verschiedenen Karenzzeiten in den abgeschlossenen Verträgen, so gilt es, genau hinzuschauen. Prinzipiell versteht man unter der Karenzzeit den Zeitraum zwischen dem Versicherungsfall und dem Leistungsbeginn, sprich die Auszahlung. Stirbt beispielsweise der Schuldner, so kommt es nicht selten vor, dass die Leistung erst 24 Monate nach Vertragsabschluss erfolgt. Ähnliches gilt bei Unfällen, die zur Arbeitsunfähigkeit führen sowie zur Arbeitslosigkeit führen.

Hat man das Glück die Wartezeiten und Karenzzeiten zu überstehen, so gilt es zusätzlich, die Ausschlussklauseln zu beachten. Diese sind nämlich nicht ohne. Ein weit verbreitetes Beispiel sind Restschuldversicherungen mit Ausstiegsklauseln bezüglich Krankheit und Arbeitsunfähigkeit. Da die Versicherungsanbieter keine ausgiebigen Gesundheitsprüfungen machen, ergeben sich hierbei viele Probleme. Denn es ist klar, dass im Versicherungsfall dem Schuldner unterstellt wird, dass die zur Arbeitsunfähigkeit führenden Erkrankungen bereits vor Vortragsabschluss bestünden und verschwiegen wurden. Das Ende vom Lied sind lange kostspielige Prozesse, welche die Schuldner in den seltensten Fällen stemmen können. Hinzu kommt, dass die Versicherungsleistungen so minimal sind, dass ein solcher Streit kaum lohnt.

Abschließende Beurteilung

Nach unserer langjährigen Erfahrung in der Finanzbranche, empfehlen wir unseren Kunden auf den Abschluss einer Restschuldversicherung oder Restkreditversicherung zu verzichten. Das spart unseren Mandanten Geld und führt zu kürzeren Kreditvertragslaufzeiten.

Ich hoffe die hier gebrachten Ausführen haben Ihnen zum Thema Restschuldversicherung weitergeholfen. Falls Sie Anregungen oder Fragen dazu haben, so schreiben Sie einen Kommentar, schreiben uns eine E-Mail (Kontaktdaten siehe Unten) oder rufen uns gern jederzeit an. Die Kontaktdaten finden Sie auf unserer Homepage www.finanzdienstleistung-poller.de. Dort finden Sie auch einige weiterführende Informationen zum Thema Kredit und Baufinanzierung.

 

*Telefonkosten

Festnetz 14 Cent/Min.,
Mobilfunk max. 42 Cent/Min.

epräsentatives Beispiel
Nettodarlehensbetrag 10.000€Auszahlung 100%Laufzeit 84 MonateSollzins (gebunden) 4,39% und effektiven Jahreszins 4,89%anfängliche monatliche Rate 145€0% BearbeitungsgebührGesamtkreditbetrag 11.787,30€Die genannten Angaben stellen das 2/3 –Beispiel gemäß § 6a Abs. 3 PAngV dar.

Repräsentatives Beispiel

Nettodarlehensbetrag 10.000€ - Auszahlung 100% - Laufzeit 84 Monate - Sollzins (gebunden) 4,39% und effektiven Jahreszins 4,89% - anfängliche monatliche Rate 145€ - 0% Bearbeitungsgebühr - Gesamtkreditbetrag 11.787,30€ - Die genannten Angaben stellen das 2/3 –Beispiel gemäß § 6a Abs. 3 PAngV dar.

Captcha Code