10.12.2016 von
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Mindestlohn Erhöhung 2017 & Vergleich

Hier erfahren Sie nützliche Hinweise zur bestehenden Mindestlohnerhöhung, die seit Januar 2017 in Kraft getreten ist. Erfahren Sie außerdem, wie sich die Mindesteinkommensgrenze in andern EU-Ländern verhält und vieles mehr!

Eine Mindestlohn-Erhöhung wurde seit Januar 2017 in Deutschland eingeführt. Die Mindestlohnkommission von Arbeitgebern und Arbeitnehmern entschied die Erhöhung einstimmig und orientierte sich an den Tarifentwicklungen. Der gesetzliche Mindestlohn erhöht sich künftig um vier Prozent. Für das Jahr 2015 wurde eine Lohnuntergrenze von 8,50 Euro festgelegt, die ab dem Jahr 2017 auf 8,84 Euro stieg.

Die amtierende schwarz-rote Koalition etablierte den Mindestlohn als eine zentrale sozialpolitische Neuerung. Die Mindestlohnkommission soll frei von politischen Einflüssen sein, weshalb sie die Entscheidung über den Mindestlohn alle zwei Jahre neu treffen soll. Die Kommission setzt sich aus einem Vorsitzenden mit je drei Vertretern der Gewerkschaften und der Arbeitgeber sowie zwei beratende Wissenschaftler zusammen. Der Mindestlohn orientiert sich an der Steigerung des durchschnittlichen tariflichen Stundenlohns.

Mindestlohn in Europa

In Europa legen 21 Länder einen Mindestlohn fest. Dieser lag am Jahresanfang 2016 zwischen 1,24 Euro und 11,12 Euro. Der Mindestlohn in Europa wird in drei Kategorien geteilt: mehr als 8 Euro, 3 bis 8 Euro und unter 3 Euro. In insgesamt zehn Ländern beträgt der Mindestlohn unter 3 Euro, das betrifft Südosteuropa und Osteuropa. Im Südwesteuropa und Südosteuropa gibt es drei Länder, die ihren Mindestlohn zwischen 3 bis 8 Euro festlegen. Damit sind Spanien, Portugal und Slowenien gemeint. Die letzte Kategorie umfasst sieben Länder mit dem Mindestlohn über 8 Euro. An dieser Stelle ist zu bemerken, dass Luxemburg die höchste Lohnuntergrenze mit 11,12 Euro in Europa besitzt und Deutschland in dieser Kategorie am niedrigsten ist mit 8,50 Euro und seit 2017 mit 8,84 Euro.

Mindestlohn in der Gastronomie, Hotellerie & Bereitschaftsdiensten

In der Gastronomie und Hotellerie ist der Mindestlohn für die Arbeitnehmer keine große Veränderung, da die Löhne schon immer höher waren. Die Kosten für Lieferanten, Großhändler und Reinigungspersonal haben durch den Mindestlohn enorm zugenommen, weshalb die Erträge der Betriebe zurückgehen. Die Folge dieser Entwicklung ist, dass keine Aushilfen für die Hauptsaison mehr eingestellt werden, Personal entlassen wird oder deren Stunden runter gestuft werden.

Der Bereitschaftsdienst wird unterschiedlich bezahlt. Viele Arbeitgeber bezahlen nur den tatsächlichen Arbeitsinhalt und beispielsweise Krankenhäuser sehen den Bereitschaftsdienst in vollem Umfang als Arbeitszeit. Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass Arbeitnehmer in der Bereitschaftszeit Mindestlohn erhalten. Details der Bereitschaftsdienste werden in Tarif-, Arbeitsverträgen, Betriebsvereinbarungen und teils durch das Arbeitszeitgesetz festgelegt.

Fazit

Der Mindestlohn bringt Vorteile als auch Nachteile mit sich. Für die Mittelschicht der Arbeitnehmer bedeutet der Mindestlohn, mehr Lohn und somit bessere Chancen, die Familie zu versorgen und Geld zu sparen. Für einen Selbstständigen bedeutet des, wie beispielsweise in der Gastronomie und Hotellerie, weniger Arbeitsplätze zu schaffen und weniger Erträge zu sichern. Aber wenn man sich auf die Vorteile konzentriert, ohne Partei für Arbeitgeber oder Arbeitnehmer zu ergreifen, sind sich die Menschen der verschiedenen Tätigkeiten nun gleichgestellt. Niemand verdient weniger als die gesetzliche Lohnuntergrenze, man kann nur mehr verdienen.

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