03.08.2016 von
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Darlehen vom Arbeitgeber mit dem Mitarbeiterdarlehen

Einen Kredit bei der Bank aufzunehmen, ist eine gängige Möglichkeit, sich Geld zu leihen. Doch viele wissen nicht, dass sie ein Darlehen auch vom Arbeitgeber bekommen können. In diesem Beitrag erhalten Sie dazu alle Informationen im Überblick.

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Wenn Sie sich heute für einen Kredit oder ein Darlehen interessieren, führt der Weg meistens zu einer Bank oder Sparkasse. Auch die einfache und schnelle Möglichkeit, mittlerweile über das Internet einen Kredit aufzunehmen, lässt viele nicht nach anderen Alternativen suchen. Doch neben diesen gängigen Varianten der Geldbeschaffung, gibt es auch noch die des Arbeitgeberdarlehens, bzw. Mitarbeiterdarlehens.

Arbeitgeberdarlehen – Was ist das?

Das Arbeitgeberdarlehen ist ein Mitarbeiterkredit, der dem Angestellten des entsprechenden Unternehmens freiwillig gewährt werden kann. Die Vergabe an die Belegschaft erfolgt nach unterschiedlichen Maßstäben, wie die Betriebszugehörigkeit oder die Höhe des Gehalts. Grundsätzlich gilt aber, dass im Zuge des Gleichbehandlungsgrundsatzes jedem Arbeitnehmer ein Mitarbeiterdarlehen gewährt werden muss, egal ob bspw. Teilzeit- oder Vollzeitkraft. Trotzdem gibt es auch Verweigerungsgründe für die Unternehmen. Arbeitnehmern mit Verschuldung, bestehender Lohnpfändung o. ä. muss kein Kredit gegeben werden. Das Arbeitgeberdarlehen hat in der Regel dieselben Eigenschaften, wie ein Bankkredit. Es gibt eine Kreditsumme, die über einen bestimmten Zeitraum mit einem bestimmten Zinssatz versehen, zurückgezahlt werden muss. Das Darlehen unterscheidet sich jedoch meist in den vereinbarten Modalitäten.

Vorteile eines Arbeitgeberdarlehens

Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber können von einem Mitarbeiterdarlehen profitieren. Der Mitarbeiter als Kreditnehmer hat den Vorteil, dass die Vergabe mit einem erheblich geringeren Aufwand verbunden ist. Das zeigt sich zunächst darin, dass vom Kreditgeber oft keine Sicherheiten gefordert werden. Der Arbeitgeber kennt seine Belegschaft und als Sicherheit fungiert nur der Lohn des Arbeitnehmers. Falls doch eine Absicherung, bspw. durch einen Grundbucheintrag erfolgt, ist dieser meist nachrangig. So hat der Arbeitnehmer zudem noch die Möglichkeit, weitere Kredite oder Darlehen abzusichern. Durch die Abwicklung der beiden sich kennenden Parteien, hält sich auch der bürokratische Aufwand in Grenzen. Der wohl größte Vorteil solch einer Art von Darlehen ist für die meisten Kreditnehmer aber der niedrigere Zinssatz. In der Regel verlangt der Arbeitgeber einen geringeren als den marktüblichen Zins.

Arbeitgeberdarlehen
Vorteile eines Arbeitgeberdarlehens (Quelle: Sebastian Poller)

Ein weiteres Modell ist das Arbeitgeberdarlehen als Bauspardarlehen. Hier übernimmt das Unternehmen die sofortige, komplette Einzahlung in den Bausparvertrag. Der Mitarbeiter profitiert dabei von einer verkürzten Ansparphase und hat schneller einen Anspruch auf den Darlehensbetrag. Aber auch für den Kreditgeber ergeben sich Vorteile. Das Unternehmen nutzt diese Art des Darlehens oft als Alternative zu einer Gehaltserhöhung. Somit profitieren Sie von niedrigeren Lohnnebenkosten, die ansonsten gezahlt werden müssten. Des Weiteren kann ein Arbeitgeberdarlehen über eine gewisse Laufzeit die Mitarbeiter eine bestimmte Zeit an das Unternehmen binden. Besonders bei Fachkräften ist das ein attraktiver Nebeneffekt.

Arbeitgeberdarlehen - Zinsen

Ein wichtiger Punkt bei Mitarbeiterdarlehen ist der Zinssatz. Dieser ist natürlich entscheidend für den Kreditnehmer, da dieser Zinsen auf das geliehene Geld zahlen muss. Aber auch für den Kreditgeber spielt der Zinssatz eine Rolle, obwohl er damit keine große Gewinnerzielungsabsicht hat. Die Höhe des Zinssatzes, die vom Arbeitgeber gewährt wird, entscheidet über den Zinsvorteil, den sog. geldwerten Vorteil, der gegenüber marktüblichen Krediten entsteht. Dieser Anteil, der den Zinssatz des Mitarbeiterdarlehens übersteigt, muss versteuert werden. Der restliche Teil ist sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber steuerfrei. Als marktüblicher Zins wird dabei der Zinssatz gesehen, der von der Deutschen Bundesbank für Konsumentenkredite angegeben ist. Aber auch diese Steuerfreiheit gilt nur bis zu einem Freibetrag von 44 Euro pro Monat, bzw. 2.600 Euro für den gesamten Zeitraum. Für den Fall, dass während des Darlehenszeitraums ein Arbeitnehmer kündigt oder gekündigt wird, kann der Zinssatz des Arbeitgeberdarlehens an den Marktzins der Deutschen Bundesbank für Konsumentenkredite angepasst werden.

Muster-Beispiel zur steuerlichen Behandlung

Zur besseren Veranschaulichung hat das Bundesfinanzministerium in einem Infoblatt zur steuerlichen Behandlung von Arbeitgeberdarlehen verschiedene Beispiele ausgeführt:

Beispiel:

„Ein Arbeitnehmer erhält im März 2015 ein Arbeitgeberdarlehen von 30.000 € zu einem Effektivzinssatz von 2 % jährlich (Laufzeit 4 Jahre mit monatlicher Tilgungsverrechnung und monatlicher Fälligkeit der Zinsen). Der bei Vertragsabschluss im März 2015 von der Deutschen Bundesbank für Konsumentenkredite mit anfänglicher Zinsbindung von über einem Jahr bis zu fünf Jahren veröffentlichte Effektivzinssatz (Erhebungszeitraum Januar 2015) beträgt 4,71 %.

Nach Abzug des pauschalen Abschlags von 4 % ergibt sich ein Maßstabszinssatz von 4,52 % (Ansatz von zwei Dezimalstellen – ohne Rundung). Die Zinsverbilligung beträgt somit 2,52 % (4,52 % abzüglich 2 %). Danach ergibt sich im März 2015 ein Zinsvorteil von 63 € (2,52 % von 30.000 € x 1/12). Dieser Vorteil ist – da die 44 €-Freigrenze überschritten ist – lohnsteuerpflichtig. Der Zinsvorteil ist jeweils bei Tilgung des Arbeitgeberdarlehens für die Restschuld neu zu ermitteln.“

Den gesamten Inhalt dieses Infoblatts können Sie hier als PDF downloaden.

Fazit

Das Arbeitgeberdarlehen ist -neben den bekannten Ratenkrediten und gängigen Darlehen, bspw. beim Bausparen- eine weitere Variante, die jedoch im Alltag weniger Beachtung findet. Dabei hat sie durchaus gewisse Vorzüge, sowohl für Kreditnehmer als auch für Kreditgeber. In der Regel zeichnet sich ein solches Darlehen durch niedrigere Zinsen als am Markt üblich aus und es ist ein wesentlich geringerer bürokratischer Aufwand nötig, dieses abzuschließen. Dennoch kommen Angestellte mit den attraktiven Zinssätzen ihres Arbeitgebers nicht ohne ausgleichende Besteuerung durch den Gesetzgeber davon. Zinsvorteile sind nur bis zu einem Betrag von 2.600 Euro steuerfrei. Auch bei Bausparverträgen ist das Zusammenspiel mit einem Arbeitgeberdarlehen eine gute Möglichkeit. Besonders die verkürzte Wartezeit auf den Darlehensbetrag ist für kurzentschlossene Hausbauer von Vorteil. Wer also schnell und unkompliziert an ein Darlehen kommen möchte, für den bietet ein Arbeitgeberdarlehen eine gute Alternative zu üblichen Raten.

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